Seit Mitte Januar steht der Messenger im App-Store zum Download bereit. Wer von dem neuen Format profitiert und worauf es zu achten gilt, erklären wir hier:

Mit dem ersten großen Rollout war die App zunächst lediglich in den USA, Indonesien, Italien, Mexiko und Großbritannien verfügbar. Nach und nach wird sie in zahlreichen weiteren Ländern bereitgestellt – und das wurde auch Zeit, bedenkt man, in welchem Maße die Privatversion des Messengers weltweit für die B2C-Kommunikation genutzt wird: „Über 80% der Kleinunternehmen in Indien und Brasilien geben an, dass WhatsApp ihnen dabei hilft, mit Kunden in Kontakt zu treten und ihr Unternehmen auszubauen.“ (Quelle: Morning Consult-Studie).

Der Business-Messenger ist auf kleinere Unternehmen zugeschnitten und zielt besonders darauf ab, Kundenanfragen schneller und komfortabler zu bearbeiten. Tools wie die Schnellantwort mit vorgefertigtem Inhalt, Begrüßungsnachrichten oder Abwesenheitsnotizen erleichtern die Kommunikation merklich. Besonders spannend: Unternehmen können ein Profil mit Kontaktdaten, Adresse und Öffnungszeiten anlegen, um sich (potenziellen) Kunden vorzustellen. Zudem können einfache Statistiken abgerufen werden. Diese informieren darüber, ob Nachrichten gesendet und gelesen wurden. Bisher ist der Dienst komplett kostenlos, ob sich das langfristig ändern wird, bleibt abzuwarten.
Für den privaten User ändert sich nicht viel. Er muss keine weitere App herunterladen, Unternehmensanfragen werden im herkömmlichen Whatsapp-Messenger angezeigt. In der Kommunikation mit Firmen kann auf dieselben Funktionen zurückgegriffen werden, die bisher zur Verfügung stehen. Kontakte hinzufügen oder blockieren ist also auch im B2C-Bereich kein Problem. Besonders wichtig: Der User erkennt gleich, ob es sich bei einer Nachrichtenanfrage um einen Unternehmens- oder einen privaten Kontakt handelt. Neben dem Kontaktnamen erscheint ein Siegel, um das Unternehmen zu kennzeichnen. Die Farbe des Siegels soll dem User Sicherheit bieten: Drei Farben stehen für drei Verifizierungsstufen. Grün (verifiziert) bedeutet, dass der Account von Whatsapp als verifizierte Marke geprüft wurde. Grau (bestätigt) steht lediglich dafür, dass die angegebene Telefonnummer mit der Nummer des Unternehmens übereinstimmt, ein graues Siegel mit Fragezeichen bedeutet, dass weder Telefonnummer noch Marke des Unternehmens bisher registriert wurden.
Brisant wird das Thema B2C-Kommunikation über Whatsapp unter Berücksichtigung von datenschutz- und wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten. Bisher unterscheidet sich die Rechtsgrundlage des privaten Messengers nicht von der der Businessversion. Die neue EU-Datenschutzverordnung wird Unternehmern voraussichtlich in die Hände spielen: Eine Einwilligung des Kunden, ob er mit Werbung kontaktiert werden möchte, wird wahrscheinlich nicht nötig werden. Aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive hingegen, ist eine unzumutbare Belästigung mit Werbung in Whatsapp-Nachrichten nicht zulässig. Eine solide Rechtsgrundlage für die B2C-Kommunikation über den Nachrichtendienst steht bisher noch aus. Es bleibt also spannend!

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